Synagoge Heppenheim (1900-1938)


Die neue Synagoge am Hang des Schlossbergs zu Heppenheim

 

Längst nachdem die ehemalige alte Heppenheimer Synagoge (Kleine Bach 3) zu beengt geworden war, entstand der Wunsch nach einer neuen, die der größer gewordenen jüdischen Gemeinde angemessen Raum bot.

 

Fortune, dass sich die Mitte des 19. Jahrhunderts nach London ausgewanderte jüdische Familie Hirsch, die dort ein angesehenes Bankhaus gegründet hatte, ihrer Heppenheimer Wurzeln stets besann, ohne Ansehen der Konfession sogenannte „würdige Ortsarme“ jährlich finanziell großzügig unterstützte und sich 1897 überdies zur Kostenübernahme für den Bau einer neuen Synagoge in Heppenheim bereit erklärte. Für die Umsetzung gewonnen wurde der weithin als „Baumeister der Bergstraße“ bekannte Prof. Heinrich Metzendorf, dessen Bauten nicht selten als „Dichtung in Stein und Grün“ charakterisiert worden waren. Ihm gelang am Fuße des Starkenburgweges der Bau einer der schönsten Synagogen im südhessischen Raum, ausgeführt in rotem und weißem Sandstein (Fläche: 20 m x 10 m, Höhe: 17 m; im Ganzen Platz für 100 Männer und 80 Frauen).

 

Die Einweihung erfolgte am 10. Oktober 1900, Adolf und Leopold Hirsch waren eigens von London angereist. Die Thorarollen wurden in einem feierlichen Zug, dem die gesamte Heppenheimer Bevölkerung folgte, von der alten zur neuen Synagoge gebracht. Eine zeitgenössische Schilderung berichtet von Aufschriften  auf Häusern: "Und bin ich auch kein Israelit, so feier' ich doch den Festtag mit."  

 

 SA Schergen setzten die Synagoge am 10. November 1938 in Brand...